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Wie aus grauen Mäusen feuerrote Cichliden wurden

K. Lahme

Meister
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D-58511 Lüdenscheid
Hallo zusammen,

vor einiger Zeit rief mich jemand, mir unbekannter, an und sagte, er habe erfahren, ich sei doch Vorsitzender im Lüdenscheider Aquarienverein, und fragte, ob ich 6 Buntbarsche übernehmen könne.
Er möchte sie nicht mehr haben und wisse auch nicht wohin damit. Derzeit schwämmen sie mit seinen Disken zusammen in einem reinen Cichlidenaquarium – aber wie gesagt, er möchte sie nicht mehr haben.
Ich fragte zurück, was das denn für eine Cichliden-Art sei. Er sagte, genau wisse er das nicht, auch nicht ob es Amerikaner oder Afrikaner seien.
Er solle sie doch mal beschreiben, bat ich ihn.
Sie seien grau-rosa gefärbt und hätten seitlich auf der Körpermitte einen dunkleren Punkt, und auch einen kleinen Punkt am Kiemendeckel, beschrieb er die Tiere.
Als er sie damals vor Monaten gekauft hatte, seien sie aber schöner und voller kleiner heller Punkte gewesen, auch in den Flossen.
Ich dachte sofort an Amerikaner, die ich selbst nicht gebrauchen konnte, vielleicht eine Thorichthys-Art.
Dennoch machte ich den Vorschlag, die Tiere doch mal vorbei zu bringen – irgendwie würde ich in unserem Verein schon einen Abnehmer finden.

Am nächsten Tag kam der Diskusfreund nun und hatte die Fische dabei.
Es waren 6 graue Mäuse, die ich von oben im Eimer nicht bestimmen konnte.
Darum sah ich sie mir beim Herausnehmen genauer von der Seite an.
Ja, die glaubte ich zu erkennen, das waren keine Amerikaner. Das musste eine Hemichromis–Art aus Westafrika sein.
Diese Art war aber äußerst unscheinbar, hatte weder eine kontrastreiche Zeichnung, noch Farbe und sie waren gut 6 cm lang. Gesund schienen sie mir aber zu sein.
Ich beschloss, die genaue Art später noch herauszufinden.
Zunächst nahm ich also die Tiere an und erkundigte mich noch nach dem Wasser im Eimer.
Ich erfuhr, dass das weder Mischwasser noch Frischwasser sei, sondern sein Aquarienwasser, in dem die Cichliden schon einige Zeit lebten.

Nach der Verabschiedung maß ich den pH-Wert im Eimer.
Die Messung ergab 4,6 pH! Donnerwetter, sagte ich mir, was machst Du jetzt?
In allen meinen Aquarien habe ich pH-Werte etwa zwischen 7,2 und 7,8 pH.
Mir blieb nichts anderes übrig, als ein separates Behältnis einzurichten und die Tiere übergangsweise dort zu hältern.
Das Wasser stellte ich durch Mischen mit meinem Aquarienwasser auf etwa pH 5,5 ein, einen Tag später auf etwa 6,3. Die Tiere schwammen ruhig, es gab keine Auffälligkeiten.
Am 3. Tag hatte ich dann durch weiteres Mischen ein Wasser, dass etwa dem in meinen anderen Aquarien entsprach, also etwa 7,2. Die Tiere bekamen jetzt eine stärkere Zeichnung, waren immer noch sehr blass, aber ich konnte schon die kleinen himmelblauen Pünktchen (Iridophoren) erkennen.
Am 4. Tag setzte ich die Tiere dann in ein Aquarium, in denen meine Tilapia snyderae sich befanden.
Die Hemichromis waren immer noch blass und wurden auch von den T. snyderae in Ruhe gelassen. Es brauchte noch einige wenige Tage, bis die Neuen deutlichere Farbe zeigten (siehe Bild 1 und 2).
Dann war ich mir ziemlich sicher, das mussten H. lifalili oder H. guttatus sein.
Ich machte einige Fotos und fragte einige renommierte Hemichromis-Kenner.
Alle waren sich einig, es war definitiv H. guttatus.
Die Tiere wurden von Tag zu Tag schöner in der Farbe, bald waren sie ziemlich rot (Bild 3).

Ich beschloss, diese Tiere nicht weiter anzubieten, sondern sie selbst zu behalten – ein weiser Entschluss, wie sich später herausstellen sollte.

Und als ich nach ca. 4 Monaten ein erstes Gelege bemerkte, waren die Tiere feuerrot geworden und so schön, wie ich noch nie eine Hemichromis-Art gesehen hatte, das Brutpärchen jedenfalls (Bild 4 und 5).

Diese 6 Tiere habe ich dann etwa 3 Jahre gepflegt, bis sie mir für mein 1 m Aquarium zu groß wurden – die größten Männchen maßen nun gut 12 cm und hatten sogar einen leichten Stirnbuckel. Ja, so groß und imposant wird H. guttatus.
Mittlerweile hatten sie auch die Führung gegenüber den T. snyderae im Aquarium übernommen.

Nun ist das für Hemichromis Freaks ja nichts Neues, aber dennoch habe ich mich zur Veröffentlichung dieser kleinen Geschichte entschlossen, um auch anderen Cichliden-Liebhabern einen kleinen Einblick in die Welt der Westafrikaner zu geben.

Schaut Euch die Fotos an. Die ersten Bilder zeigen die Tiere bei mir in Normalfärbung, natürlich nach dem Eingewöhnen. Von den grauen Mäusen habe ich leider kein Foto. Die letzten Fotos habe ich von dem Pärchen in Brutstimmung gemacht. Alle Bilder sind ohne farbliche Bearbeitung entstanden.

Wer Gefallen an H. guttatus gefunden hat – besorgt sie Euch, sie sind nicht selten.

Vielleicht möchte ja auch jemand von Euch Ähnliches berichten – zögert nicht, nur keine Hemmnisse, rafft Euch mal dazu auf, auch wenn ihr keine Fotos haben solltet.

:west: :west: :west: :west: :west:
 

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Mr. Dovii

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ja, Klaus geht schon, sind halt nur noch ein wenig blass :p

Es geht noch mehr...
 

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