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Rochenstich

T

Tom4ever

Guest
Hallo zusammen,

nachdem es jahrelang gut ging, ist es gestern Abend passiert, natürlich 2 Tage vor meinem Urlaub: Ich wurde erstmalig von einem Rochen gestochen.

Ich war gerade dabei, das letzte Becken noch einmal ordentlich sauber zu machen, also Wasserwechseln, Scheibenreinigen, Filterwatte erneuern usw.

Dabei hatte ich offensichtlich eines meiner 3 marbled-Nachzuchten im Sand übersehen, als ich mit einem Reinigungsschwamm an der Rückscheibe zugange war.

Ich bemerkte nur einen kurzen Stich und ein sofort einsetzendes Brennen in der rechten Hand.
Das Tier hatte mich im rechten Ringfinger genau in das Gelenk gestochen.
Die Stachelhaut war allerdings nicht verletzt, so dass der Stich nicht allzu tief und eher oberflächlich erfolgt sein dürfte.

Sofort hielt ich den Finger unter sehr heißes Wasser, drückte dabei die blutende Stelle aus, um Gift auszuschwemmen und das Brennen hörte tatsächlich sofort auf. Kaltes Wasser hingegen hatte genau die gegenteilige Wirkung.

Die Einstichstelle war als kleiner schwarzer Punkt zu sehen.

In den nächsten 10 Minuten zog der Schmerz bis in den Oberarm hoch, wurde aber nicht stärker oder schwächer.

Ich beendete also erstmal schnell die Arbeiten an dem Becken, denn es war nur halb befüllt und der Filter lief auch noch nicht wieder.

Zwischenzeitlich spülte ich den Finger immer wieder mit heißem Wasser.

Nach etwa einer dreiviertel Stunde bekam ich dann den Anruf eines befreundeten Rochenhalters.
Ich erzählte dabei von dem Vorfall und bemerkte gleichzeitig, wie der Ringfinger innerhalb von nur 2 Minuten auf den ungefähr 1,5-fachen Umfang anschwoll.
Also war es unvermeidlich: Gespräch abbrechen und ab zum Arzt!

Unter der Giftnotruf -Nr., die ich für einen solchen Fall parat habe (siehe HP), wurde ich namentlich erfasst.
Ich fuhr (als Beifahrer) daraufhin in die Uni-Klinik Bonn, wo man erst mal völlig überfordert war.
Rochen an sich kannte man bis dato gar nicht, eine Stichverletzung mit Rochengift erst recht nicht und so kam ein klein wenig Hektik auf.

Die diensthabende Ärztin telefonierte sofort mit diversen Stellen und letztlich dann auch mit der Giftzentrale, die mich ja schon "kannte".

Von dort erfuhr sie, dass ein Stich durch derartige Rochen zwar äußerst schmerzhaft sei, aber weitergehende Komplikationen, wie Herz-Kreislaufprobleme o.ä. nicht zu erwarten seien.
Das musste sie natürlich ausschließen, da manche Gifte ja erst zeitverzögert wirken und dann höchst gefährlich sein können.

Die Stichstelle wurde somit nur dezinfiziert, eine stationäre Aufnahme war nicht erforderlich.
Wichtig ist nun, Sekundärinfektionen zu vermeiden und den betroffenen Bereich insofern "im Auge zu behalten".

Also erhielt ich ein starkes Schmerzmittel und ein Breitband-Antibiotikum, das die Giftzentrale ausdrücklich empfohlen hatte.

Auffällig war währenddessen, dass die Schmerzen nachließen, sobald der Arm ruhig gestellt wurde. Wurde er bewegt, begannen die Schmerzen sofort wieder.

Der brennende Schmerz selbst kam dabei schubweise und in einer Stärke, die kaum auszuhalten war.

Ich kann mir nun vorstellen, wie es sein muß, wenn man von einem großen Rochen "richtig" gestochen wird und dann möglicherweise auch noch an einer "gefährlicheren" Stelle.

Eines steht für mich seit gestern Abend jedenfalls fest: Steve Irvin, der vor genau einem Jahr durch einen Rochenstich starb, hatte NULL Chancen, abgesehen von der mechanischen Verletzung des Herzens. Allein die Schmerzen hätten zu einem totalen Kreislaufzusammenbruch geführt.

Fazit:

Ich werde ab sofort noch vorsichtiger in den Becken hantieren und mich nicht auf Routine verlassen.
Ebenso halte ich spätestens seit diesem Vorfall jene Handfütterungen, von denen manche Pfleger berichten, für absoluten Leichtsinn.

Heute morgen sind keine Schmerzen mehr zu spüren und die Stichstelle ist bislang unauffällig.
Lediglich eine leichte Schwellung des Ringfingers, ein leichtes Taubheitsgefühl im unmittelbaren Umfeld und eine leichte Versteifung des Knöchelgelenkes sind das, was ich momentan feststellen kann.

Ein "Positives" hatte dieser Unfall gestern aber doch.
Das kleine Weibchen, das mich gestochen hatte, fühlte sich offensichtlich auch anschließend noch eine Zeit lang bedroht.
Also nahm ich die Kamera zur Hand und "reizte" sie ein wenig mit einer Futterzange, indem ich diese im Becken auf sie zuwegte.

Das Tier nahm daraufhin eine Drohhaltung an, die ich in dieser Form noch nie zuvor gesehen und von der ich bis dato auch noch nie gehört hatte.

Sie stellte sich förmlich auf ihre Bauchflossen auf und präsentierte dem "Angreifer" ihre volle Scheibe. Dadurch wirkte sie natürlich viel größer.
Vor allem erreichte sie dadurch natürlich einen größeren Aktionsradius, um gfs. erneut zustechen zu können.

Dies versuchte sie dann auch zweimal und in einer Geschwindigkeit, die ebenfalls erstaunlich war.
Mit den Abwehrversuchen meiner großen Weibchen gegenüber "lästigen", paarungswilligen Männchen, war das nicht ansatzweise vergleichbar.

Hier... die dabei entstandenen Bilder:



 

Oliver

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Hallo Tom,

das ließt sich ja grausig. Da sieht man aber mal wieder das trotz größter Vorsichtsmaßnahmen ein Restrisiko nicht auszuschließen ist.

Hoffe das du von weiteren Schmerzen verschont bleibst.
 
T

Tom4ever

Guest
Hallo zurück,

Danke dir!

Ich denke, wenn ich übermorgen um diese Zeit (hoffentlich) in der Sonne brate, sind alle Schmerzen vergessen! :p

Wie immer musste so etwas natürlich "ein paar Stunden" vorher passieren und ganz "ohne" ist es ja nun auch nicht.
 
S

Stefano

Guest
Hi,

hab auch schon viel darüber gelesen, sei froh das es noch so glimpflich abgelaufen ist. Gute Besserung !
 

Blackbird

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Hallo Tom,

auch von mir gute Besserung und in Zukunft mögen Dir solche Begegnungen erspart bleiben.
Wünsche Dir einen schönen, erholsamen Urlaub.

Viele Grüße aus Berlin,
Tim
 

Ulf

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Hallo Tom,

bin ja ziemlich geschockt! Wünsche dir gute Besserung!!!

Schöne Grüsse Ulf
 

guppy

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Hallo Tom,

da bist Du ja mit dem sprichwörtlichen"blauen Auge" davongekommen. Die resultierenden Fotos sind sagenhaft :top: :top:.

ich wünsche Dir einen schönen Urlaub und Erhohlung in der Sonne :wink:
 
T

Tom4ever

Guest
Guten Morgen!

kleines update:

- Schmerzen traten keine mehr auf.

- Auch die leichte Versteifung des Gelenkes hat nachgelassen.

- Das Taubheitsgefühl im Stichbereich ist nach wie vor vorhanden.

- Ebenso "sabbt" die Stelle, das heißt, sie hat sich nicht geschlossen, sondern es tritt Wundflüssigkeit aus.

- Das Umfeld um den Stichkanal wird weißlich. Ich vermute, dass das Gewebe "tot" ist. Nun gilt es, den langwierigen Sekundärinfektionen vorzubeugen.
Dazu schlucke ich bereits ein hochwirksames Antibiotikum, das von der Giftnotrufzentrale als "das Mittel der Wahl" in so einem Fall empfohlen wurde.

@ alle Vorredner:
Danke! Spätestens ab heute Abend wird es mir in jedem Fall besser gehen! :p
 

thomas-p

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Hallo Tom,

Mann, Mann --> Du machst Sachen. Oder eigentlich Ihr macht Sachen.

Ist aber scheinbar gut verlaufen.

Hätte nie gedacht das das "Gift" solche Schmerzen bereitet.

Na dann erst einmal gute Erholung. Berichte uns dannach mal weiter. :wink:
 

Andreas W

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Hallo Tom,

das liest sich ja wirklich nicht sonderlich schön. Weißt Du, woher dieses momentan agressive Verhalten kommt? Ist es durch die Reinigung gekommen?

Deinem Finger wünsche ich jedenfalls, dass er schnell wieder heilt :top: .

Gruß Andreas
 

Steffen Koch

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Hi Tom,

auch von mir erstmal eine gute Besserung, damit du deinen Urlaub vernünftig genießen kannst!!!! :wink:

Es ist schon zynisch, dass erst etwas so Unangenehmes passieren muss, damit man in den Genuss solcher Rochenbilder kommt. Dass ein Rochen so zickig gucken kann. Echt beeindruckend!

Daumen drückende Grüße!!!

Steffen
 

Dirk_H.

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Hi Tom,

ein sehr interessanter Bericht, wenn basierend auf einer für Dich schmerzhaften Erfahrung.

Deine Einschätzung bzgl. S. Irwin ist ebenfalls aufschlußreich.

Weshalb bei Bewegung die Schmerzen auftraten, würde mich sehr interessieren. Ggf.

Weiterhin macht es m.E. deutlich, was ich mal im Bezug auf eine Unfallstatistik gelesen hatte, daß gerade Unfälle im häuslichen Bereich da gehäuft auftreten, wo sich das spätere Opfer rlgm. am sichersten fühlt und die "Gefahr" unterschätzt, was jetzt nicht als Kritik zu lesen sein, sondern einfach nur vergegenwärtigen soll, daß man es bei Rochen eben auch mit relativ gefährlichen Tieren zu tun hat.

Gruß
Dirk
 

Frank-78

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Hallo,

das ist ja furchterregend. Wann man da bedenkt was Du an Schmerzen hast ertragen müssen und erst die ANgst vorm Ungewissen.
Da kannst DU froh sein, dass es DIr schnell wieder besser ging.
Wünsche DIr für die Zukunft eine gute Genesung und das Du vor solchen Zwischenfällen verschont bleibst.

VLG

FRank-78
 

zoller

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Hallo Tom

da haste ja nochmal Schw... gehabt, aber wie du schon schreibst, sowas passiert immer denn wenn man nur noch mal schnell was machen will und es gar nicht gebrauchen kann.

Ich wünsche dir auf jeden Fall gute Besserung sowie einen schönen und erholsamen Urlaub!

P.S.
Wie immer super Bilder :top:
 
T

Tom4ever

Guest
So...nochmals auf die Schnelle... ;)

Herzlichen Dank für die Genesungswünsche... wobei ich mich absolut nicht krank fühle.
Ok, ich hab´s seit Wochen im Kreuz, habe mir erst letzten Freitag die Rippen an der Oberkante meines Beckens geprellt (bin abgerutscht bei Reinigungsarbeiten) und wurde x-mal geröngt, weil die Lunge auffällig war... schmeiße heute schon die 3 Tablette wegen Kopfschmerzen ein und merke langsam ein leichtes Grummeln im Magen wegen der Antibiotika...
aber ansonsten bin ich fit für den Abflug heute Nacht!

In diesem Sinne:
Haltet euch aufrecht! :wink:
 

thomas-p

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Hallo Tom,

das hört sich ja gewaltig an :wink:

Schreibe doch das nächste mal was noch alles in Ordnung ist. Ich glaube das geht schneller :D :D :D :wink: :D :top:
 

Viper

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Hi Tom

Auch ich muss hier aufpassen dass wirklich keine Routine im Umgang mit meinen Tieren entsteht. Dies ist wirklich das einzige was einem bei der Haltung potenziell gefährlicher oder gar toxischer Tiere schaden kann. Ich kenn mich mit Rochen Toxin nicht sonderlich gut aus , aber so wie du schreibst sind außer den Schmerzen, zumindest in deinem Fall, keine weiteren Komplikationen aufgetreten.

Ich habe es, in den nun doch inzwischen bald an die 20 Jahren, geschafft keine Routine auftreten zu lassen und hoffe dass mir dies auch weiterhin gelingt,..

mfg Viper
 

Blackbird

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Hi Tom :wink:,

Original von Tom4ever
So...nochmals auf die Schnelle... ;)

Herzlichen Dank für die Genesungswünsche... ... :wink:

Du scheinst ja zurück zu sein aus Deinem Urlaub. Wie geht's denn Deinem gestochenen Finger?

Grüße aus Berlin,
Tim
 
T

Tom4ever

Guest
Hallo Tim,

Danke der Nachfrage!

Der Finger entwickelt sich "erwartungsgemäß".
Die Einstichstelle wird langsam dunkel (nekrotisches Gewebe).
Bewegungseinschränkungen gibt es nicht.

Ich warte nun noch eine Woche ab und werde dann mal zu einem Handchirurgen fahren. Wichtig ist, dass sich die Wunde, die durch das Abstoßen des toten Gewebes entstehen dürfte, ordentlich versorgt/behandelt wird und nicht zu Problemen führt.
Vielleicht muss der Bereich auch vorsorglich herausgelöst werden, mal sehen, was der Fachmann sagt.

Ich hoffe nur, dass das Ganze gut und zügig heilt.
Anfang November geht´s in den Urlaub und da muss der Bursche (= Finger) funktionieren! ;)
 

Sandi1102

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Hallo zusammen,

nachdem es jahrelang gut ging, ist es gestern Abend passiert, natürlich 2 Tage vor meinem Urlaub: Ich wurde erstmalig von einem Rochen gestochen.

Ich war gerade dabei, das letzte Becken noch einmal ordentlich sauber zu machen, also Wasserwechseln, Scheibenreinigen, Filterwatte erneuern usw.

Dabei hatte ich offensichtlich eines meiner 3 marbled-Nachzuchten im Sand übersehen, als ich mit einem Reinigungsschwamm an der Rückscheibe zugange war.

Ich bemerkte nur einen kurzen Stich und ein sofort einsetzendes Brennen in der rechten Hand.
Das Tier hatte mich im rechten Ringfinger genau in das Gelenk gestochen.
Die Stachelhaut war allerdings nicht verletzt, so dass der Stich nicht allzu tief und eher oberflächlich erfolgt sein dürfte.

Sofort hielt ich den Finger unter sehr heißes Wasser, drückte dabei die blutende Stelle aus, um Gift auszuschwemmen und das Brennen hörte tatsächlich sofort auf. Kaltes Wasser hingegen hatte genau die gegenteilige Wirkung.

Die Einstichstelle war als kleiner schwarzer Punkt zu sehen.

In den nächsten 10 Minuten zog der Schmerz bis in den Oberarm hoch, wurde aber nicht stärker oder schwächer.

Ich beendete also erstmal schnell die Arbeiten an dem Becken, denn es war nur halb befüllt und der Filter lief auch noch nicht wieder.

Zwischenzeitlich spülte ich den Finger immer wieder mit heißem Wasser.

Nach etwa einer dreiviertel Stunde bekam ich dann den Anruf eines befreundeten Rochenhalters.
Ich erzählte dabei von dem Vorfall und bemerkte gleichzeitig, wie der Ringfinger innerhalb von nur 2 Minuten auf den ungefähr 1,5-fachen Umfang anschwoll.
Also war es unvermeidlich: Gespräch abbrechen und ab zum Arzt!

Unter der Giftnotruf -Nr., die ich für einen solchen Fall parat habe (siehe HP), wurde ich namentlich erfasst.
Ich fuhr (als Beifahrer) daraufhin in die Uni-Klinik Bonn, wo man erst mal völlig überfordert war.
Rochen an sich kannte man bis dato gar nicht, eine Stichverletzung mit Rochengift erst recht nicht und so kam ein klein wenig Hektik auf.

Die diensthabende Ärztin telefonierte sofort mit diversen Stellen und letztlich dann auch mit der Giftzentrale, die mich ja schon "kannte".

Von dort erfuhr sie, dass ein Stich durch derartige Rochen zwar äußerst schmerzhaft sei, aber weitergehende Komplikationen, wie Herz-Kreislaufprobleme o.ä. nicht zu erwarten seien.
Das musste sie natürlich ausschließen, da manche Gifte ja erst zeitverzögert wirken und dann höchst gefährlich sein können.

Die Stichstelle wurde somit nur dezinfiziert, eine stationäre Aufnahme war nicht erforderlich.
Wichtig ist nun, Sekundärinfektionen zu vermeiden und den betroffenen Bereich insofern "im Auge zu behalten".

Also erhielt ich ein starkes Schmerzmittel und ein Breitband-Antibiotikum, das die Giftzentrale ausdrücklich empfohlen hatte.

Auffällig war währenddessen, dass die Schmerzen nachließen, sobald der Arm ruhig gestellt wurde. Wurde er bewegt, begannen die Schmerzen sofort wieder.

Der brennende Schmerz selbst kam dabei schubweise und in einer Stärke, die kaum auszuhalten war.

Ich kann mir nun vorstellen, wie es sein muß, wenn man von einem großen Rochen "richtig" gestochen wird und dann möglicherweise auch noch an einer "gefährlicheren" Stelle.

Eines steht für mich seit gestern Abend jedenfalls fest: Steve Irvin, der vor genau einem Jahr durch einen Rochenstich starb, hatte NULL Chancen, abgesehen von der mechanischen Verletzung des Herzens. Allein die Schmerzen hätten zu einem totalen Kreislaufzusammenbruch geführt.

Fazit:

Ich werde ab sofort noch vorsichtiger in den Becken hantieren und mich nicht auf Routine verlassen.
Ebenso halte ich spätestens seit diesem Vorfall jene Handfütterungen, von denen manche Pfleger berichten, für absoluten Leichtsinn.

Heute morgen sind keine Schmerzen mehr zu spüren und die Stichstelle ist bislang unauffällig.
Lediglich eine leichte Schwellung des Ringfingers, ein leichtes Taubheitsgefühl im unmittelbaren Umfeld und eine leichte Versteifung des Knöchelgelenkes sind das, was ich momentan feststellen kann.

Ein "Positives" hatte dieser Unfall gestern aber doch.
Das kleine Weibchen, das mich gestochen hatte, fühlte sich offensichtlich auch anschließend noch eine Zeit lang bedroht.
Also nahm ich die Kamera zur Hand und "reizte" sie ein wenig mit einer Futterzange, indem ich diese im Becken auf sie zuwegte.

Das Tier nahm daraufhin eine Drohhaltung an, die ich in dieser Form noch nie zuvor gesehen und von der ich bis dato auch noch nie gehört hatte.

Sie stellte sich förmlich auf ihre Bauchflossen auf und präsentierte dem "Angreifer" ihre volle Scheibe. Dadurch wirkte sie natürlich viel größer.
Vor allem erreichte sie dadurch natürlich einen größeren Aktionsradius, um gfs. erneut zustechen zu können.

Dies versuchte sie dann auch zweimal und in einer Geschwindigkeit, die ebenfalls erstaunlich war.
Mit den Abwehrversuchen meiner großen Weibchen gegenüber "lästigen", paarungswilligen Männchen, war das nicht ansatzweise vergleichbar.

Hier... die dabei entstandenen Bilder:



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