Der Leitwert in der Praxis

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Oliver

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<html>
<body>

<p class="MsoNormal"><b><span style="font-size:20.0pt">&nbsp;</span></b></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center"><b>
<span style="font-size:20.0pt;font-family:Tahoma">Der Leitwert in der Praxis</span></b></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center"><b>
<span style="font-size:20.0pt;font-family:Tahoma">&nbsp;</span></b></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family: Tahoma">In der letzten Zeit hört und liest man immer
öfter vor allem bei Habitats- oder Arten- beschreibungen vom Leitwert.</span></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family: Tahoma">Die wenigen Daten und Beiträge, die man zu dem
Thema findet, gehören eher zu der „harten Kost“, so dass sich bisher die
wenigsten Aquarianer mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Dabei ist der
Leitwert ein sehr nützlicher Hilfswert, aus dem man einiges ableiten kann.</span></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family:Tahoma"><br>
<br>
</span><b><span style="font-size:16.0pt;font-family:Tahoma">Die Theorie</span></b><span style="font-family:Tahoma"><br>
<br>
Ohne etwas nackte Theorie geht es leider nicht.</span></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family:Tahoma">Die elektrische Leitfähigkeit ist der Kehrwert
des spezifischen Widerstandes des Wassers. Die aquaristisch relevante Einheit
ist Mikrosiemens pro Zentimeter (µS/cm). Gemessen wird die Leitfähigkeit bei
25°C, der Wert steigt pro °C um ca. 2,2 %. Moderne Messgeräte haben einen
eingebauten Temperatursensor und korrigieren den Wert entsprechend.<br>
Die Leitfähigkeit des Wassers wird durch die Summe der darin gelösten Salze
bestimmt, da diese in elektrisch geladene Ionen zerfallen, die den Strom
transportieren.<br>
Reinstes Wasser hat eine Eigenleitfähigkeit von 0,055 µS/cm.<br>
<br>
Bereits aus dieser Definition ist ersichtlich, dass Leitwertmessgeräte keine
Wundermittel sind.</span></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family:Tahoma"><br>
<b><br>
</b></span><b><span style="font-size:16.0pt;font-family:Tahoma">Die Praxis</span></b><span style="font-family:Tahoma"><br>
<br>
Der Leitwert ist aber auf jeden Fall ein äußerst interessantes und hilfreiches
Mittel, um einige Messungen bzw. alltägliche Dinge zu vereinfachen.<br>
<br>
Über den Leitwert kann man zwar kein unbekanntes Wasser bestimmen, aber man kann
unter anderem die maximal mögliche Härte ermitteln. Hierzu teilt man den
Leitwert durch den Faktor 33 <i>(laut H.-J. Krause, Handbuch Aquarienwasser)</i>.
Allerdings ist die Messung etwas ungenau, da es auch Salze gibt, die bei der
Härtemessung nicht berücksichtigt werden. So kann ein Wasser mit einem Leitwert
von 330 µS/cm eine Gesamthärte von 10° dGH aufweisen, ein niedrigerer Wert ist
allerdings möglich.<br>
<br>
<b>In der Praxis haben sich vor allem folgende Einsatzgebiete bewährt:</b></span></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family:Tahoma"><br>
- Testen ob ein Wasserwechsel fällig ist, der Leitwert sollte maximal je nach
Ausgangswasser um 20-50 % ansteigen<br>
- Testen ob eine Quelle mit bekannten Wasserwerten noch in Ordnung ist, hier
sollte der Leitwert bei jeder Messung möglichst denselben Wert aufweisen<br>
- Testen ob sich bei einer Quelle mit unbekannten Werten eine intensivere
Untersuchung lohnt, hier sollte der Leitwert in den Bereichen liegen, die denen
des gewünschten Wassers entsprechen. Eine Quelle mit einem Leitwert von 1000
µS/cm wird höchstwahrscheinlich durch Düngemittel oder ähnlichem verunreinigt
sein<br>
- Feststellen wann eine Umkehr-Osmoseanlage oder ein Vollentsalzer erschöpft
ist, spätestens bei einem Leitwert von 50 µS/cm sollte regeneriert werden<br>
- Testen ob Regenwasser aus der Dachrinne bereits aufgefangen werden kann oder
noch zu viele Ablagerungen ausgewaschen werden<br>
- Den Salzgehalt von Meer- und Brackwasseraquarien bestimmen<br>
<br>
Wie man bei dieser Aufzählung bereits sieht, kann einem ein Leitwertmessgerät
den aquaristischen Alltag immens vereinfachen.</span></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family:Tahoma">Es gibt sicherlich noch weitere
Einsatzmöglichkeiten für ein Leitwertmessgerät, aber die gebräuchlichsten sind
hier aufgezählt.</span></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family:Tahoma"><br>
<br>
</span><b><span style="font-size:16.0pt;font-family:Tahoma">Die Zucht</span><span style="font-family:Tahoma"><br>
</span></b><span style="font-family:Tahoma"><br>
Auch bei der Zucht von Fischen, vor allem von zyklischen Laichern ist der
Leitwert von Bedeutung. </span></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family:Tahoma">So kann durch eine langsame Erhöhung des
Leitwerts in Verbindung mit einer Absenkung des Wasserstands eine Trockenperiode
imitiert werden. In dieser Zeit sollte man auch entsprechend sparsam füttern,
gegen Ende der Periode am besten nur noch zweimal wöchentlich.<br>
Der Leitwert steigt durch die Wasserverdunstung und die Mineralisation des
Fischfutters allmählig an, man muss nicht unbedingt künstlich nachhelfen.<br>
Das Aquarium sollte in dieser Zeit auf jeden Fall gut überwacht werden, damit
man bei evtl. auftretenden Problemen sofort eingreifen und die Prozedur notfalls
beenden kann.</span></p>
<p class="MsoNormal" align="center" style="text-align:center">
<span style="font-family:Tahoma">Die Trockenzeit sollte in etwa 2-3 Monate
betragen.<br>
Die Regenzeit wird dann durch wiederholten Wasserwechsel mit sehr weichem Wasser
mit möglichst geringer Leitfähigkeit (max. 100 µs/cm) in Verbindung mit einer
Erhöhung des Wasserstands und guter, abwechslungsreicher Fütterung (hoher
Lebendfutter-Anteil) eingeleitet.<br>
Der Wassereinfluss sollte hierbei Regen imitieren, sollte also am besten mit
einer Gießkanne oder einer Strömungspumpe unter Verwendung eines
Ausströmerrohres erfolgen.<br>
Diese Prozedur wurde bereits öfters bei einigen Fischen, z.B. diversen
Mormyriden oder Corydoras-Arten, in der Praxis durchgeführt und zum Teil auch
wissenschaftlich belegt (vgl. z.B. Symposiumband Fortpflanzungsbiologie der
Aquarienfische ISBN 3-828819-08-9, Hartmut Greven und Rüdiger Riehl).<br>
Vielleicht kann auf diese Weise die eine oder andere als zurzeit in Aquarien
nicht nachzüchtbar eingestufte Art doch zur Vermehrung animiert werden…</span></p>

</body>

</html>

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Oliver

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Oliver

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